Hintergründe
Wer, was, warum
Die Sammlung hinter diesem Digitalen Museum ist nicht am Reißbrett entstanden. Sie bildete sich schrittweise durch Menschen, die Kulturgut bewahren wollten. Sie nahmen sich Produkten und Beständen von Unternehmen der Leuchtenindustrie an, die ihre Tätigkeit einstellten und deren Erzeugnisse, Muster und andere Zeugnisse zu verschwinden drohten. Mehr als 30 Jahre verfolgten die Akteure rund um die Sammlung die Idee eines Museums zur Geschichte des Lichtmachens. Die Möglichkeiten, diese Idee zu verwirklichen, vergingen – doch die Sammlung blieb. In mehreren Etappen wurden ihre Objekte gesichtet, geordnet und dokumentiert. Begrenzte Mittel und Ressourcen ließen dabei jedoch immer nur die Bearbeitung von Teilen des Bestandes zu.
Mit dem Digitalen Museum wird die Sammlung nun Schritt für Schritt öffentlich zugänglich. Nach und nach werden die vorhandenen Objekte digital erfasst, Wissen zusammengeführt und neue Erkenntnisse ergänzt. Und die Objekte selbst? Sie befinden sich zum größten Teil in Depots und Lagern. Ein Teil von ihnen ist heute im F.LUX zu sehen.
Doch nicht nur hinter der Sammlung steckt eine Geschichte. Auch jedes einzelne Objekt hat seine eigene – und nicht immer kennen wir sie vollständig. Wer hat es hergestellt? Wann ist es entstanden? Wie wurde es genutzt? Und wie nennen wir es eigentlich? Für die digitale Sammlung erfassen und beschreiben wir die Objekte nach einheitlichen Grundsätzen. Auf dieser Seite erklären wir, woher die Exponate stammen, welche Begriffe wir verwenden und wie wir mit Datierungen, Zuschreibungen und offenen Fragen umgehen.
Woher kommen die Objekte?
Die digitale Sammlung vereint Objekte unterschiedlicher Herkunft. Dazu gehören Bestände des "Verein zur Förderung von Licht und Beleuchtung e.V." des "Stadt- und Landständearchiv Arnsberg" des "Lichtforums NRW e.V." ebenso wie Exponate, die uns von Unternehmen, Institutionen und privaten Sammlerinnen und Sammlern zur Verfügung gestellt werden.
Wo immer möglich, weisen wir bei den einzelnen Objekten auf ihre Herkunft beziehungsweise den jeweiligen Leihgeber hin.
Wie wir die Dinge nennen
Lampe, Leuchte oder Laterne? Im alltäglichen Sprachgebrauch werden diese Begriffe häufig synonym verwendet. Auch historisch wurden und werden sie nicht immer einheitlich gebraucht. Für unsere Sammlung verwenden wir deshalb eine möglichst klare Systematik.
- Leuchte
„Leuchte“ verwenden wir als übergeordneten Begriff für Objekte, die dazu bestimmt sind, Licht zu erzeugen, aufzunehmen, zu führen oder zu verteilen. Dazu zählen historische Beleuchtungsgeräte ebenso wie moderne elektrische Leuchten. Auch eine Laterne wird in unserer Sammlung als Leuchte klassifiziert. Der Begriff bezeichnet eine besondere Bauform, bei der die Lichtquelle typischerweise durch ein Gehäuse geschützt oder umschlossen wird. Auch historische Bezeichnungen wie Öllampe, Petroleumlampe oder Studierlampe gehören bei uns zur Kategorie „Leuchte“. Der Begriff „Lampe“ wurde historisch häufig für das gesamte Beleuchtungsgerät verwendet und bleibt deshalb in diesen etablierten Objektbezeichnungen erhalten.
- Leuchtmittel
Als „Leuchtmittel“ klassifizieren wir Objekte und Materialien, die unmittelbar der Lichterzeugung dienen und nicht selbst als Leuchte eingeordnet werden. Dazu gehören beispielsweise Kienspäne, Kerzen, Glühlampen und Leuchtstofflampen. Der Begriff Lampe hat hier allerdings noch eine zweite Bedeutung: In der modernen Lichttechnik bezeichnet er traditionell die eigentliche Lichtquelle innerhalb einer Leuchte, etwa die Glüh- oder Leuchtstofflampe. „Lampe“ kann also – abhängig von Zeit und Zusammenhang – entweder ein vollständiges historisches Beleuchtungsgerät oder ein Leuchtmittel bezeichnen. Diese Einteilung lässt sich über die lange Geschichte der künstlichen Beleuchtung nicht immer trennscharf anwenden. Sie dient dazu, die unterschiedlichen Objekte unserer Sammlung in einer gemeinsamen Systematik zu erfassen.
Wie wir die Objekte beschreiben
Zu jedem Objekt versuchen wir, möglichst viele Informationen zusammenzutragen: Was ist es? Wer hat es hergestellt? Wann und wo ist es entstanden? Aus welchen Materialien besteht es und mit welcher Technik funktioniert es? Nicht auf jede dieser Fragen gibt es eine eindeutige Antwort. Gerade bei älteren Objekten fehlen häufig Herstellerkennzeichnungen, Kataloge oder andere zeitgenössische Quellen. Angaben können deshalb unterschiedlich sicher sein.
- Hersteller und Zuschreibungen
Ist ein Hersteller durch eine Kennzeichnung, einen Katalog oder andere Quellen eindeutig belegt, wird er entsprechend angegeben. Lässt sich eine Herkunft lediglich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bestimmen, machen wir diese Unsicherheit kenntlich. Wo eine Zuordnung nicht möglich ist, bleibt der Hersteller unbenannt. - Datierung
Nicht jedes Objekt lässt sich auf ein bestimmtes Jahr datieren. Je nach Quellenlage verwenden wir deshalb auch Angaben wie „um 1900“, „1920er Jahre“ oder einen größeren Entstehungszeitraum. Eine solche Datierung ist eine begründete zeitliche Einordnung und keine exakte Jahresangabe. - Bezeichnungen
Bei der Benennung orientieren wir uns an historischen Bezeichnungen, Herstellerangaben und der Funktion beziehungsweise Bauart eines Objekts. Wo historische und heutige Begriffe voneinander abweichen, versuchen wir eine Bezeichnung zu wählen, die das Objekt möglichst eindeutig beschreibt, ohne seinen historischen Zusammenhang zu verlieren.
Eine Sammlung, die weiter wächst
Das Digitale Museum bildet keinen abgeschlossenen Wissensstand ab. Neue Objekte kommen hinzu, historische Quellen werden erschlossen und manchmal ergeben sich neue Erkenntnisse zu bereits erfassten Exponaten.
Wo etwas nicht bekannt oder eine Zuordnung unsicher ist, möchten wir das sichtbar machen – statt eine vermeintliche Gewissheit zu erzeugen.
Die digitale Sammlung wächst deshalb nicht nur mit neuen Exponaten, sondern auch mit unserem Wissen über die bereits vorhandenen. Haben Sie Vorschlage, kennen Bezeichnungen oder haben Sie Fehler gefunden? Melden Sie sich gerne per Mail!
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